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Heilige Ottilia Ottilia wurde um das Jahr 660 als Tochter des elsässischen Herzogs Attich und der  Herzogin Bereswinda in der Gegend um Straßburg blind geboren. Der Herzog, von heftiger Gemütsart, wollte das Kind nicht  annehmen; die Blindheit schien ihm eine Strafe Gottes,  ein Makel für seine Familie und seine Stellung als Herzog  zu sein. Vom Vater verstoßen sollte Ottilia verborgen  bleiben. Die fromme Mutter ließ Ottilia heimlich durch eine treue  Dienerin aus dem Schloss bringen. Leider konnte sie dem Kind nicht mehr die Taufe erteilen lassen. Die treue Magd pflegte Ottilia und erzog sie so gut sie es verstand. Um das Geheimnis zu wahren, ließ die Mutter Ottilia  später zu einer guten Freundin, der Äbtissin des Klosters  Palma bringen und dort erziehen. Dort segnete der  Missionsbischof Erhard von Regensburg Ottilia,  unterrichtete sie in der christlichen Religion und erteilte ihr dann feierlich die Taufe. In dem Augenblick, als Ottilia mit dem Taufwasser  besprengt wurde und ihre Seele das Licht des Heiligen  Geistes empfing, erhielt sie das Licht ihre Augen. Ottilia  hatte sich daraufhin die Ausübung der Barmherzigkeit  zum Lebensziel erkoren. Um dem immer stärkeren Drängen ihres Vaters zu einer Ehe zu entgehen, flüchtete sie  über den Rhein in den Breisgau. Vom Vater und seinem Gefolge verfolgt, verbarg sie sich  bei Mußbach in einer Felsspalte, die sich erst wieder öffnete, als die Gefahr vorüber war. Als sie eines Tages mit einem Geschirr voll Hafermehl unter dem Mantel zu  Hilfsbedürftigen ging, begegnete sie ihrem Vater. Gerührt über den Liebesdienst, übergab dieser ihr die Hohenburg mit allen Einkünften und Gütern, um darin ein Jungfrauenkloster  einzurichten und es als Äbtissin zu leiten. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod am 18. Dezember 720.